Meine Philosophie

Philosophie und Interkulturalität sind nicht weit voneinander entfernt. In der Philosophie geht es darum, die Welt zu erklären. Endgültige philosophische Erklärungen gibt es aber nicht, dafür viele verschiedene, und man kann mit einigen mehr, mit anderen weniger anfangen.

Das gleiche gilt für Kulturen. Die große Vielfalt an Kulturen bietet uns ein nahezu unendliches Spektrum an Möglichkeiten. Wir brauchen nur zuzugreifen.
Aber mit Respekt und Offenheit – genau das möchte ich in meiner interkulturellen Arbeit vermitteln.

In meiner Zeit im Ausland lernte ich, kulturelle Unterschiede anzuerkennen und sie auch für mich anzunehmen. Ich nahm viel aus den Ländern mit, in denen ich gelebt habe.

In Prag erfuhr ich, welchen Einfluss ein politisches System auf Menschen haben kann und werde nie unseren Nachbarn vergessen, der, bis dahin schweigsam und abweisend, uns am Tag nach der Samtenen Revolution 1989 mit akzentfreiem „Guten Tag“ begrüßte und uns fortan immer mit Obst aus seinem Garten versorgte.

In New Delhi nahm ich erstmals die Welt aus nicht-eurozentristischer Perspektive wahr und erkannte, wie klein und unbedeutend Europa im Vergleich zum Rest der Welt ist, dass aber dieser Teil der Welt meine kulturelle Heimat ist.

In Brüssel tauchte ich in eine mir bis dahin fremde Welt ein, die Francophonie, und ich erwarb fundierte Sprachkenntnisse, die eine berufliche Weichenstellung ermöglichten.

In Helsinki erlebte ich einen massiven Kulturschock, der in der Folge positive Auswirkungen auf meine Zukunft hatte. Dort begann ich, mich mit Interkulturalität zu beschäftigen, als Grundlage für meine heutige berufliche Karriere.

Mein jüngster Aufenthalt in China, Shanghai, machte mir bewusst, wie es ist, in einer Kultur weder lesen noch schreiben zu können. Kommunikation funktioniert auch ohne Sprache, und es ist faszinierend zu bemerken, wie gut unsere Wahrnehmung und nonverbale Kommunikationsfähigkeit sind.